Alle Jahre wieder - Wahlen in Kommune, Land, Bund, Europa

Politische Partizipation im Übungslauf

Wenn Bürgerinnen und Bürger zu Wahlen aufgerufen sind, dann wird auch am Bülow-Gymnasium gewählt – in der „Juniorwahl“, an der meist die Jahrgänge 10 bis 12 teilnehmen.

Nachdem im Unterricht das politische System im Allgemeinen und das Wahlsystem behandelt worden sind, wird kurz vor der tatsächlichen Wahl die Juniorwahl an der Schule durchgeführt. Wie im wirklichen Leben gibt es Wahlbenachrichtigungen, Wählerlisten, Stimmzettel und Wahlurne. Ein Schüler-Wahlvorstand sorgt dafür, dass die Wahl ordnungsgemäß abläuft, und zählt schließlich die Stimmen.

Im Vorfeld der Juniorwahl findet immer eine Podiumsdiskussion mit Parteienvertretern statt, die vom jeweils aktuellen Leistungskurs Politikwissenschaft vorbereitet und von Schüler/inne/n moderiert wird.

Zum Beispiel: Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus 2016

Podiumsdiskussion am Bülow-Gymnasium am 09.09.2016 – Bericht aus dem Vorbereitungsteam

Am 9. September war es endlich soweit: Die Gabriele-von-Bülow-Oberschule empfing alle im Abgeordnetenhaus Berlins vertretenen Parteien zur Podiumsdiskussion in der Aula. Repräsentieren ließen sich die geladenen Fraktionen durch Marco Käber (SPD), Dana Saki (Die Linke), Hinrich Westerkamp (Bündnis 90/Die Grünen)  und Tim Zeelen (CDU). Durch das Programm führten die souveränen Moderatoren Lucia Herpell und Konstantin Kindermann. Zentrale Thematik der Podiumsdiskussion war die Schul- und Flüchtlingspolitik.

Auf Grundlage der vom PW- Leistungskurs erarbeiteten Fragen entwickelte sich nach einer einleitenden Vorstellungsrunde, in der alle geladenen Politiker ihren Weg in die Berliner Kommunalpolitik beschrieben, eine rege Debatte. Der frühen Erkenntnis, dass SPD-Politiker Marko Käber einst Schüler des benachbarten Humboldt-Gymnasiums war, begegnete das Publikum tolerant und festigte den guten Eindruck durch reges Interesse und zahlreiche Nachfragen.

Einen zentralen und ausführlich diskutierten Schwerpunkt bildete im ersten Abschnitt der Debatte die Frage, ob die Einheits- bzw. Ganztagsschulen die präferierte und vermehrt durchzusetzende Schulform Berlins seien. Die Befürworter von Seiten der Linken bzw. Bündnis 90/Die Grünen führten als wichtigstes Argument an, alleinerziehende Eltern unterstützen und die Sanierung maroder Schulen effektiv vorantreiben zu wollen, während Marco Käber forderte, jeder Schüler solle wenigstens die Chance haben, eine Ganztagsschule besuchen zu können. Demgegenüber vertrat Tim Zeelen auf Seiten der CDU die Philosophie „Bildung ist mehr als nur Schule“ und  setzte sich für möglichst viele Schulalternativen sowie für die Freizeitgestaltung in Sportvereinen ein.

Mit voranschreitender Zeit verlagerte sich das Gespräch auf die Flüchtlingspolitik und die Frage der Integrationschancen von Flüchtlingen. Als essentiell erachteten die geladenen Parteien hierbei die Unterstützung minderjähriger Flüchtlinge durch das Jugendamt, sowie die Überwindung der Sprachbarriere durch Deutschkurse. Vor allem Dana Saki von den Linken sprach sich gegen eine Grenzschließung aus und meinte, es gehe darum, die Fluchtursachen zu bekämpfen. Insgesamt verwiesen die Politiker auf die Verantwortung des Bundes, da die Länder, gerade hinsichtlich der Flüchtlingsproblematik, auf finanzielle Unterstützung angewiesen seien.

Alles in allem erlebten wir in gut zwei Stunden eine informative Debatte, die den Schülern interessante Einblicke in die Berliner Kommunalpolitik gewährte und Politik greifbar machte. Der PW-LK hatte großen Spaß an der Ausarbeitung und Durchführung der Podiumsdiskussion und dankt allen Beteiligten für die Teilnahme.

Jarmo Cibis, LK Politikwissenschaft

Juniorwahl an der GvB