Young European Security Conference (YESC) in Berlin, 26./27.2.2026 auf dem Campus der GLS Sprachschule, Prenzlauer Berg

Youth Perspectives on Shifting Powers – Rethinking Security in a Multipolar World

Rund zweihundert junge Erwachsene (16-21 Jahre) aus verschiedenen Nationen diskutierten zwei Tage lang in insgesamt acht Arbeitsgruppen eine breite Palette sicherheitspolitischer Themen unter dem Motto Youth Perspectives on Shifting Powers – Rethinking Security in a Multipolar World. Veranstalter dieser noch recht neuen Initiative waren die Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa und die Gemeinnützige Hertie-Stiftung.

    Das übergeordnete Ziel dieses Events ist es, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende mit einer Vielzahl von Expertinnen und Experten aus politikwissenschaftlichen Denkfabriken und Zivilgesellschaft im In- und Ausland zusammenzubringen.

Die Gruppe unserer Schule fand sich dabei in folgenden Arbeitsgruppen wieder:
– Europe’s Security at a Crossroads: Beyond U.S. Leadership?
– Climate & Security: When the Planet Heats Up, So Do Conflicts
– Cyber Conflicts & Critical Infrastructure: What Happens When Systems Fail?

    Weitere Arbeitsgruppen beschäftigten sich mit Waffenkontrolle, Handelskriegen, Gesundheit und Sicherheit und auch mit der Geschlechterperspektive auf Sicherheitsfragen.
    In den Gruppen fanden ausführliche Diskussionen über mögliche Handlungsstrategien, sicherheitspolitische Entscheidungen sowie über Prioritätensetzung statt. Unterstützt wurden diese Debatten durch Expertinnen und Experten, die gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern inhaltliche Grundlagen erarbeiteten, um den Austausch auf ein fundiertes Niveau zu bringen. So konnte jede und jeder am Ende der zwei Tage ein fundiertes Urteil fällen und seine oder ihre Meinung faktenbasiert begründen – fernab von Halbwissen aus den sozialen Medien.
    Neben der Arbeit in den Themengruppen gab es die Möglichkeit, an einem Expert*innen-Workshop zu weiteren aktuellen internationalen Spannungen und Diskussionen zu teilzunehmen. In diesen Sessions wurden beispielsweise die transatlantischen Beziehungen aus der britischen Perspektive oder die internationalen Auswirkungen der internen Spannungen im Iran beleuchtet.

Als Ergebnis der Diskussionen formulierte jede Arbeitsgruppe zwei Fragen für die abendliche Abschlussveranstaltung im Roten Rathaus. Die beiden Gäste – Dr. Hanna Notte (Center for Strategic and international Studies) und Julia Hammelehle (Politikberaterin der Münchener Sicherheitskonferenz) – gingen in etwa 90 Minuten ausführlich auf diese Fragen ein. Dies war in manchen Fällen durchaus herausfordernd, da gerechterweise unterschiedliche Perspektiven unterschiedlicher Akteure adressiert werden müssen.

So schloss die Konferenz mit einer inhaltsreichen Abschluss-Session mit anschließendem Zusammenkommen bei Häppchen und Getränken im Foyer. Besonders bereichernd war der internationale Austausch über sicherheitspolitische Themen, bei denen man sonst nur die eigene Perspektive kennt. Mir persönlich ist vor allem ein Gespräch mit einer jungen Frau aus Georgien im Gedächtnis geblieben. Sie erzählte mir, wie die Bevölkerung in ihrem Land auf die EU blickt vor dem Hintergrund der russlandfreundlichen Regierung. Ebenso sprach ich mit Studierenden aus z.B. Lettland, Ungarn, Bosnien-Herzegowina und der Ukraine, die mir allesamt neue Perspektiven aufzeigten.

Diese Erfahrungen zeigen, dass das erwähnte Ziel in allen Fällen erreicht wurde. Auch wenn die Tage alle Beteiligten viel Kraft kostete, war der Ertrag groß: neue Erkenntnisse durch die neuen Perspektiven und die neuen Kontakte zu politikinteressierten jungen Menschen aus unterschiedlichsten Ländern.


Frieda Schneider (Q2)

Fotos: Stefanie Loos (Veranstalter)