KI-Fortbildung für Lehrkräfte
KI – wofür diese beiden Buchstaben als Abkürzung stehen, weiß inzwischen jedes Kind. (Und „Abkürzung“ ist hier explizit nicht auf das Beschreiten eines Lösungswegs mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz bezogen.) KI, dieses Akronym stand am 23. Februar 2026 am Gabriele-von-Bülow-Gymnasium für noch etwas anderes: komprimierter Input.
Bereits zum zweiten Mal binnen vergleichsweise kurzer Zeit stand nämlich ein Studientag für alle Lehrkräfte ganz im Zeichen des Themas Künstliche Intelligenz. „Unterricht und KI“ lautete der Titel der arbeitstagfüllenden Fortbildung, hinter dem sich mehr als ein halbes Dutzend Workshops sowie eine Keynote verbargen.
„Wir. Haben. Es. Immer. So. Gemacht“? Bitte nicht!
Letztere hielt Kristin van der Meer, Lehrerin an der Neuen Grundschule Potsdam, die dort eine Art Pionierarbeit beim Einsatz von KI im Unterricht leistet. Sie sieht die Chancen dessen ebenso wie die nicht zu leugnenden Vorbehalte unter Lehrkräften, Eltern und Bildungspolitikern. Sechs Worte hat sie auf dem Weg zu einer zeitgemäßen Unterrichtsgestaltung als Hürde ausgemacht. Sie lauten: „Wir. Haben. Es. Immer. So. Gemacht.“
Wer so denkt, der geht laut van der Meer eben nicht mit der Zeit. Künstliche Intelligenz sieht sie nicht als irgendeine Art von Tool(s), und es gehe folglich nicht um das „Übersetzen“ von Inhalten („Digital statt Papier“), sondern um eine „Transformation“ von Unterricht und Unterrichtsprozessen.
„KI“, meint van der Meer, „ist ein Verstärker für das, was an Schulen bereits vorhanden ist.“ Wie zum Beispiel Neugier, Forschergeist, Wissbegierde. Wenn die Regie durch Lehrkräfte bzw. Schule vorhanden sei, „dann wird KI hilfreich“. Dann wird KI zum Beispiel zu einem Sparringspartner beim Ermitteln von Lösungen – oder vielmehr noch Lösungswegen, ganz im Sinne eines Lernprozesses.
Vielfältige Workshops zum Einsatz von KI im Unterricht
Wie hilfreich KI im Einzelnen sein kann und in welchen Fächern oder Bereichen des Unterrichts, das vertieften die mehr als 80 Lehrkräfte des GvB in drei Workshop-Schienen. Ob „KI-Einsatz an iPads im Matheunterricht“, „Prüfungskultur und KI“ oder „Individuelles, unmittelbares und lernwirksames Feedback in Schreibprozessen“ – die Bandbreite an Themen war umfangreich und somit auch der Nutzwert. (Auch wenn den „komprimierten Input“ auf Anhieb en detail zu verinnerlichen sicherlich nicht leicht wird.)
Sich einerseits den Herausforderungen – und, ja, zugegebenermaßen auch den Risiken – zu stellen, die KI mit sich bringt; sich andererseits die Zweckdienlichkeit von KI im Sinne eines schülernahen Unterrichts zunutze zu machen, darum geht es. Nicht in der Theorie. Sondern in der Praxis.
Künstliche Intelligenz – Lernbuddy statt Lernkiller
Ganz sicher hat dieser Studientag uns Lehrkräften am GvB ein besseres Gefühl zur Beantwortung der „Fragen zu KI in der Schule“ vermittelt, die Björn Nölte vom Institut für zeitgemäße Prüfungskultur zu Beginn seines Workshops aufwarf, darunter: Lernbuddy oder Lernkiller? Mehrarbeit oder Arbeitserleichterung? KI braucht Kompetenzen oder KI erzeugt Kompetenzen?
Ein riesengroßes Dankeschön geht abschließend an Frau Stier. Sie hat diesen äußerst informativen Studientag – wie schon beim vergangenen Mal – wesentlich mitorganisiert.
Hr. Hungermann (FB Deutsch)

