„Rembrandt“ im Treppenhaus

Klassisches Licht trifft zeitgenössische Fotografie: Im Rahmen einer feierlichen Eröffnung wurden heute erstmals die Ergebnisse des BEgabi-Kurses „Rembrandt Reloaded“ der Schulöffentlichkeit präsentiert. Die großformatigen Fotografien schmücken nun das Treppenhaus unserer Schule und werden dort durch eigens ausgerichtete Spots wirkungsvoll in Szene gesetzt.

Ausgangspunkt des Workshops war eine ebenso ungewöhnliche wie anregende Frage: Wie würde Rembrandt van Rijn heute fotografieren?

Unter der Leitung von Prof. Dr. Nina Röder, Professorin für Fotografie und Neue Medien, beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs mit der Bildsprache des berühmten Barockmalers. Im Mittelpunkt standen insbesondere seine charakteristische Hell-Dunkel-Lichtführung sowie die Wirkung von Licht und Schatten, Blickführung, Körperhaltung und Bildkomposition.

Historische Bildideen treffen auf heutige Inszenierungen

Die Teilnehmenden übertrugen die klassischen Gestaltungsprinzipien historischer Porträts auf eine zeitgenössische fotografische Bildsprache. Dabei ging es ausdrücklich nicht darum, Rembrandts Werke lediglich nachzuahmen. Vielmehr entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene Porträtkonzepte, in denen historische Bildideen auf heutige Inszenierungen treffen.

Im Kunstraum, der kurzerhand zum Fotostudio umgebaut wurde, experimentierten sie mit unterschiedlichen Lichtsetzungen, Posen und modernen Accessoires. Sie fotografierten sich gegenseitig, trafen bewusste gestalterische Entscheidungen und setzten sich zugleich mit Fragen des Selbstbildes, der Inszenierung und der Wirkung fotografischer Porträts auseinander. Eine Einführung in die digitale Bildbearbeitung ermöglichte es ihnen anschließend, ihre Aufnahmen gezielt weiterzuentwickeln und für den großformatigen Druck vorzubereiten.

Die nun auf Alu-Dibond präsentierten Arbeiten zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig ein klassisches künstlerisches Prinzip neu interpretiert werden kann. Jedes Porträt verbindet Tradition und Gegenwart auf individuelle Weise und macht sichtbar, wie stark Licht, Haltung, Ausdruck und Komposition unsere Wahrnehmung eines Menschen beeinflussen können.

Gezielte Inszenierung der Fotografien mithilfe von Spots

Durch die neue Beleuchtung entfalten die Fotografien im Treppenhaus eine besondere Präsenz. Die gezielte Inszenierung mit Spots greift zugleich das zentrale Thema des Workshops auf: Erst das Licht lenkt den Blick und schafft Atmosphäre. So wird das Treppenhaus nicht nur zum Ausstellungsort, sondern selbst zum Teil der künstlerischen Präsentation.

Wir danken allen Teilnehmenden für ihre ausdrucksstarken Arbeiten sowie Prof. Dr. Nina Röder für die Konzeption und Leitung dieses besonderen Fotoworkshops.

   Fr. Pieper (FB Kunst)