Wahlen zum Abgeordnetenhaus - Wahl für "Junioren"

Juniorwahl am GvB

    Seit vielen Jahren nehmen GvB-Schülerinnen und -Schüler an Juniorwahlen
    teil. Wie sollte es auch anders sein, denn schließlich sind die Erfinder des Projekts Juniorwahl, das 1999 vom Verein vom Kumulus e.V. initiiert wurde, allesamt ehemalige Bülow-Schüler. Einer von ihnen, Gerald Wolff, besuchte als Vorstandsmitglied von Kumulus e.V. seine alte Schule. Er kann sehr zufrieden auf die vergangenen mehr als 25 Jahre zurückblicken, in deren Verlauf aus anfangs zwei Schulen, die Juniorwahlen durchführten, 7400 geworden sind. Weit über zwei Millionen Schülerinnen und Schüler nahmen an der letzten Junior-Bundestagswahl teil.

Berliner Abgeordnetenhaus

    In Berlin haben zuletzt (2025) fast 200 weiterführende Schulen mit rund 85.000 Schülerinnen und Schülern an der Juniorwahl teilgenommen. Am GvB als einem Juniorwahl-Urgestein waren zur diesjährigen Abgeordnetenhaus-Wahl knapp 450 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 bis 12 wahlberechtigt. Sie nutzten ihr Wahlrecht an den zwei Wahltagen zu ca. 83%. Das entspricht dem Wert bei der Bundestagswahl 2025, hebt sich jedoch deutlich nach oben von der üblichen Beteiligung bei den realen Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus ab. Seit Mitte der 1990er Jahre nahmen in der Regel weniger als 70% der Berliner Wahlberechtigten ihr Stimmrecht wahr (Quelle: Statista).
    Aus der hohen Wahlbeteiligung der GvB-Schülerschaft spricht offenbar der starke Wunsch, die Geschicke der Stadt zu beeinflussen. Und der größte Teil der GvB-Wählerschaft hatte sogar ganz real die Chance, dies zu tun; für ihn war die Juniorwahl ein Probelauf vor der echten Wahl, für die 2026 erstmals in Berlin bereits Sechzehnjährige für das Landesparlament wahlberechtigt waren.

Auszählung

    Nicht nur die Stimmzettel sind bei einer Juniorwahl original, das heißt, sie entsprechen dem Stimmzettel des Wahlbezirks, in dem eine Schule liegt. Auch die Verfahren sind der Realität nachgebildet – von den Wählerlisten über die Wahlbenachrichtigung; von der Prüfung der Wahlberechtigung im Wahllokal bis zur Stimmabgabe. Am Ende steht die mit Spannung erwartete Auszählung, die sorgfältig nach allen Vorgaben protokolliert wurde. Es war eine weitere Generalprobe für alle diejenigen Schülerinnen und Schüler, die in diesem Jahr nicht nur zum ersten Mal ihr aktives Wahlrecht ausübten, sondern auch als Wahlhelfer in den Berliner Wahllokalen tätig waren.

Ergebnisse

    Die Wählerpräferenzen für die angetretenen Parteien haben sich gegenüber der letzten Juniorwahl (2025) zumindest in Wahlbezirk GvB verschoben. War 2025 Die Linke die Gewinnerin der Juniorwahl, wurde die Partei nun von Bündnis 90/Die Grünen auf den zweiten Platz zurückgedrängt. Bündnis 90/Die Grünen lagen bei der GvB-Schülerschaft eindeutig auf Erfolgskurs. Die CDU dagegen ist auf Platz 4 abgerutscht. Die FDP wäre mit dem Ergebnis der Juniorwahl hingegen sicher glücklicher, da sie es klar ins Parlament geschafft hätte. Vielleicht hat ja der FDP-Kandidat auf dem Podium ganz persönlich Punkte gemacht. Die AfD dagegen wollten die jugendlichen Wählerinnen und Wähler nicht im Parlament sehen.
    Die Wahlergebnisse der Juniorwahl für ganz Berlin zeigen bemerkenswerte Unterschiede – für neugierige Leser hier.
    Ähnlich gilt das für die reale Abgeordnetenhaus-Wahl.
    Hochrechnung laut infratest-dimap, 20.48 Uhr bei rbb24.
    Alle Wahlhelferinnen und Wahlhelfer der Juniorwahl 2026 werden im Oktober bei einer Festveranstaltung in der Senatsverwaltung für Inneres geehrt.
    Zu den Wahlergebnissen von 2025 hier.

Dr. Brigitte Kassel, FB Geschichte & Politik

Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus – Ergebnisse der Juniorwahl am GvB

Wahlbeteiligung: ca. 83% bei 439 Wahlberechtigten