Alte Geschichte mit Werner Dahlheim

Seit 2011 fesselt Prof. Dr. Werner Dahlheim, renommierter Althistoriker der TU Berlin, Schüler/innen und Lehrer/innen regelmäßig mit seinen Geschichtserzählungen.

  • 2017: Aktualität und Problematik des griechischen Demokratiemodells
  • 2016: Reise nach Griechenland – Die attische Polis
  • 2015: Der Untergang der römischen Republik
  • 2014: Die republikanische Staatsform Roms – ein „Nichts“?
  • 2013: Rom und die „Anderen“
  • 2012: Bürgerkrieg im Schatten des Weltreichs – Der Untergang der Römischen Republik
  • 2011: Die Entstehung und Entwicklung des Römischen Reiches bis Kaiser Augustus

Prof. Dr. Werner Dahlheim zu Gast im April 2017

Aktualität und Problematik des griechischen Demokratiemodells

Am 20. 4. 2017 war Prof. Dahlheim, renommierter Althistoriker der TU Berlin, wieder einmal zu Gast in der Bülow-Aula, nun schon zum 7. Mal in Folge. Er sprach vor dem Jahrgang angehender Abiturienten an seinem „Patengymnasium“ über „Die Wesenszüge der griechischen Demokratie der Athener und ihre unterschiedliche Beurteilung bis in die heutige Forschung“.

Als der Name „Demokratie“ im 5. vorchristlichen Jahrhundert in Athen aufkam, gab es dieses Herrschaftssystem schon seit etwa 20 Jahren. Die Polis, die auf der „Gewalt des Volkes“ beruhte und nicht mehr auf den Entscheidungen der „Götter“ oder adliger Familien, hatte sich in den Perserkriegen und den darauf folgenden expansiven Jahren der attischen Herrschaft herausgebildet. Die meisten gebildeten Griechen standen ihr jedoch kritisch bis ablehnend gegenüber, nicht zuletzt wegen eklatanter Fehlentscheidungen der Volksversammlungen wie der dritten Sizilischen Expedition, die schließlich zur Niederlage im Peloponnesischen Krieg gegen Sparta und seine Verbündeten führte. Auch die Römer schauten auf die Demokratie der Griechen herab.

Moderne Demokratien haben – anders als die griechische – einen Grundrechtekatalog, der den einzelnen Bürger vor dem Staat schützt, anders als etwa eine Antigone in Sophokles’ gleichnamiger Tragödie, die sich dem staatlichen Gebot aufgrund einer höheren Ordnung widersetzt und dafür zum Tode verurteilt wird. Aber sie sind nicht weniger vor Gefahren geschützt, wie z.B. der Untergang der Weimarer Demokratie im Verlaufe von Wahlen beweist. Auch unser Nachbarland Frankreich steht dieser Tage vor einer ähnlich richtungsentscheidenden Wahl wie seinerzeit Deutschland, so Prof. Dahlheim.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer erlebten einen spannenden Vortrag eines Fachmannes für die antike Geschichte, der es meisterlich verstand, Linien des Verständnisses von der Antike in die neuere Geschichte bis zur Gegenwart zu ziehen. Im Anschluss an den Vortrag nutzten Schülerinnen noch die Gelegenheit, dem Referenten Fragen zum Thema zu stellen.

E.B.

Prof. Dr. Werner Dahlheim zu Gast im Januar 2016

Reise nach Griechenland

Am Donnerstag war für das 2. Semester unserer Schule eine virtuelle Reise nach Griechenland angesagt. „Reiseleiter“ war Prof. Dahlheim, renommierter Althistoriker der TU Berlin, der nun schon zum 6. Mal in Folge einen Jahrgang angehender Abiturienten an seinem „Patengymnasium“ besuchte.

Thema war dieses Mal die attische Polis. Prof. Dahlheim zeigte die Vielschichtigkeit dieser poleis auf, die erst durch die Bedrohung von Seiten des persischen Invasionsheeres zu einem starken Gebilde mit Bundesgenossen anwuchs. Viele Zuhörer dürfte es überrascht haben, dass die Entwicklung der ursprünglich monarchischen oder aristokratischen poleis zu demokratischen Kleinstaaten, welche auf den Prinzipien der Freiheit und Stimmengleichheit beruhten, aus militärischen Besonderheiten der Athener resultierte. Diese waren die Hoplitenphalanx im Heer und die auf dem Einsatz thetischer Ruderer beruhende Rammtechnik in der Kriegsflotte, welche vornehmlich aus Trieren bestand. Erst die militärischen Erfolge dieser Einheiten verschafften den Männern nach dem Militärdienst Stimmgewicht
für ihre Forderung nach politischer Gleichheit in der Volksversammlung.

An einem Textauszug aus Euripides‘ „Schutzflehenden“ zeigte Prof. Dahlheim, dass der politische Konflikt zwischen Demokratie und Monarchie auch in der griechischen Tragödie thematisiert wurde.

Zwischendurch und im Anschluss nutzen die aufmerksamen Zuhörer die Gelegenheit zu Fragen an den Referenten reichlich, der keine unbeantwortet ließ.

Elmar Birkenbach

Prof. Dr. Werner Dahlheim zu Gast im Januar 2015

Der Untergang der römischen Republik

Woran ging die mächtige Römische Republik zugrunde, nachdem es doch weit und breit keine furchterregenden Gegner mehr gab und die römische Verfassung als so stabil galt, dass ihr der zeitgenössische griechisch- stämmige Historiker Polybios bescheinigte, sie sei die beste Verfassung der Welt? Mit dieser spannenden Frage beschäftigte sich Professor Werner Dahlheim in seinem Vortrag am 19. Februar in der Aula des Gabriele-von-Bülow-Gymnasiums.

Als der Feldherr Gnaeus Pompeius Magnus sich im Jahr 70 v. Chr. zum ersten Mal um das Amt des Konsuls bewarb und vor dem Zensor in Rom sein Pferd vorführt, wurde er, wie üblich, gefragt, ob er alle Feldzüge mitgemacht habe. Darauf antwortete dieser selbstbewusst, er habe die Feldzüge nicht nur mitgemacht, sondern sie selbst geführt und gewonnen.

Werner Dahlheim sieht Pompeius als Prototyp eines Politikers, den das Römische Weltreich mit seinen fortwährenden kriegerischen Auseinandersetzungen erst hervorbrachte und der die Republik dann zerstörte. Der grundbesitzende römische Adel  strebte nach staatlichen Ämtern für seine Söhne, und als Staatsbeamte war es deren wichtigstes Ziel, durch militärische Erfolge Ehren, aber zunehmend auch Reichtum bei der Ausbeutung der Provinzen zu erwerben. Das aufstrebende Weltreich bot genügend Gelegenheiten zu Kriegen, aber wenn der siegreich heimkehrende Imperator dann wieder in die Reihen der gewöhnlichen Senatoren zurücktreten sollte, als etwa Scipio Africanus nach dem Sieg über Hannibal vor dem Senat Rechenschaft über seine Kriegsausgaben ablegen sollte, geriet der Stolz der Imperatoren in Konflikt mit dem Neid und der Missgunst von senatorischen Gegnern. Scipio zerriss die Rechnungsbücher vor dem Senat – und zog sich desillusioniert auf sein Landgut zurück.

Cäsar dagegen kapitulierte nicht, als der Senat ihn zwingen wollte, seine gallischen Legionen aufzulösen, und zog mit seinen Soldaten auf Rom. Nach einem fünfjährigen Krieg – für Dahlheim der erste Weltkrieg in der menschlichen Geschichte – endete diese Auseinandersetzung mit dem Untergang der Republik und der Alleinherrschaft Cäsars.

Rund hundert Schülerinnen und Schüler der Oberstufe folgten dem nunmehr schon fünften Vortrag Dahlheims an unserer Schule interessiert und hatten zwischendurch mehrmals Gelegenheit zu Rückfragen. Auch nach seiner spannenden Geschichtserzählung gab es noch eine Menge Fragen an den Referenten, die dieser bereitwillig beantwortete. „Werner Dahlheim hat bei mir die Lust an der Antike geweckt“, so das Urteil eines Schülers nach dem Vortrag. Ein anderer ergänzte: „Ich hätte ihm noch stundenlang zuhören können“.

Elmar Birkenbach

Prof. Dr. Werner Dahlheim zu Gast im Januar 2014

Die republikanische Staatsform Roms – ein „Nichts“?

„Die Republik ist ein Nichts, ein bloßer Name ohne Körper und sichtbare Gestalt.“ Der so urteilte, war doch in eben jener Republik zu politischer Bedeutung emporgewachsen, indem er nach dem Militärdienst und dem Durchlaufen des „cursus honorum“ im Jahre 59 v. Chr. das Konsulat erlangt hatte: Gaius Julius Caesar. Doch wo war diese Republik wirklich greifbar? Vielleicht In Person der 300 bis 1000 Senatoren, die das Machtgleichgewicht im Senat durch erfolgreiche Feldherren wie Sulla, Scipio Africanus, Pompeius oder eben Caesar bedroht sahen und die in den Legionen dieser Feldherren und deren Ansprüchen an Land und Ämtern eine Bedrohung des Staates sahen?

Sulla war noch soweit im alten Gleichgewichtsdenken der Republik verhaftet, dass er nach dem rechtswidrigen Einmarsch seiner Truppen in Rom und der grausamen Abrechnung mit seinen senatorischen Gegnern  die Ordnung der Republik wiederherstellte und sich aufs Altenteil zurückzog – Caesar nannte ihn deshalb einen politischen Analphabeten. Scipio Africanus, der Besieger Hannibals, zerriss die Abrechnungsbücher, als ihn Senatoren aufforderten, seine Militärausgaben nachzuweisen, verwies darauf, dass er Rom fünfmal soviel Kriegsabgaben eingebracht hatte, als der ganze Feldzug gekostet hatte, und zog sich ebenfalls ins Privatleben zurück. Die in der römischen Nobilität vorherrschende Auffassung, man sei zu Herren der Welt geboren, passte nicht mehr zu der Verfassung der Republik. Doch die militärischen Mittel zu dieser Weltherrschaft hatte Rom, und es nutzte sie auch.

Pompeius und Caesar waren aus anderem Holz geschnitzt. Aufgrund ihrer großartigen militärischen Erfolge für Rom und weil ihre Soldaten Loyalität nur gegenüber ihrem Feldherren und nicht gegenüber der römischen Republik empfanden, denn nur der Feldherr konnte und musste sie nach der Beendigung ihres Militärdienstes versorgen, stellten die beiden Politiker für die übrigen Senatoren, aber auch für den status quo der grundbesitzenden Senatoren eine Bedrohung dar. Mit dem geplanten Partherfeldzug Caesars, an dessen Erfolg seine senatorischen Gegner nicht zweifelten, wäre er wohl schon zu Lebzeiten vergöttlicht worden, wäre ihm seine selbsterklärte Diktatur auf Lebenszeit nicht mehr streitig zu machen gewesen. Deshalb wurde er am Tag vor der Abreise zu seinen bereits rekrutierten 20 Legionen von seinen Neidern im Senat ermordet. Mit Caesar und dem nach seiner Ermordung folgenden sechzehnjährigen Bürgerkrieg endete die Republik, aus deren Trümmern das Prinzipat, eine neue Form der Monarchie, entstand.

Was aber trieb Strategen wie Pompeius und Caesar an, sich nach ihren militärischen Siegen und politischen Erfolgen nicht in die Reihen der übrigen Senatoren einzugliedern und gewonnene Macht nicht wieder aus der Hand geben zu wollen? Nach Prof. Dahlheim war es die Ruhmsucht – eine andere Bezeichnung dafür wäre der Drang nach Unsterblichkeit. Ovid sah den Weg dazu in der Literatur, Cicero in militärischen Erfolgen für Rom. Noch gab es kein Christentum, das einen anderen Weg wies, wie Unsterblichkeit zu erreichen wäre.

Zwischen den Abschnitten seines fesselnden Vortrags sowie im Anschluss daran hatten die über hundert Oberstufenschüler Gelegenheit, Fragen zu stellen, was auch gut genutzt wurde. „Professor Dahlheim erzählt Geschichte, als wäre er dabeigewesen“, urteilten Zuhörer nachher. Am Ende bedankten sich die angehenden Abiturienten mit langem Applaus bei Professor Dahlheim, der nun zum vierten Mal als Gastredner unsere Schule besucht hat, für den lebendigen Einblick in die Geschichtswissenschaft.

Elmar Birkenbach

Prof. Dr. Werner Dahlheim zu Gast im Januar 2013

Rom und die „Anderen“

Sie übernahmen vieles von den Griechen – auch die Abneigung gegen die „Barbaren“. Jedoch war die abwertende Bedeutung dieses Begriffes in der griechischen Welt erst nach den Perserkriegen entstanden, als griechische Philosophen die „Anderen“, die nicht Griechisch sprachen, zu Minderwertigen degradierten. Barbaren seien Menschen, die die Natur zu Sklaven bestimmt habe – so Aristoteles.

Doch trotz ihres Überlegenheitsgefühls unterlagen am Ende die freien Römer jenen Anderen, ebenso wie vor ihnen die Griechen. Wie entwickelten sich die Beziehungen der Römer zu ihren Nachbarn – insbesondere im Norden – in der römischen Kaiserzeit und in der Spätantike?

Entlang dieser Leitfrage führte Professor Dr. Werner Dahlheim die über hundert Oberstufenschülerinnen und –schüler an die Berührungsstelle zweier Kulturen vor zwei Jahrtausenden.

Sowohl bei den Römern als auch seinerzeit bei den Griechen gab es auch Gegenmeinungen zu den Klischees. Sophisten und Stoiker lehrten, dass alle Menschen von Natur aus gleich seien. Auf dieser Grundlage entwickelte sich als Bestandteil der vorherrschenden Meinung auch eine Gegenbewegung zur Verachtung des unzivilisierten Wilden. Eine Minderheit bewunderte die Fremden als „edle Wilde“– ein Topos, der noch über das Römische Reich hinaus bis ins 19. Jahrhundert fortlebte und bisweilen auch heute noch zu finden ist.

Während die „barbarischen“ Gallier von den Römern unter Caesar besiegt wurden und danach eine Phase der Romanisierung erlebten, gelang die Romanisierung der germanischen und der anderen Völker im Norden und Nordosten nur zum Teil. Nach 30 Jahren verlustreicher Kämpfe musste Kaiser Augustus einsehen, dass die Elbe nicht erreichbar war. Besonders auffällig in den zahlreichen Berichten römischer Beamter, Offiziere oder auch Kaufleute, die mit den Germanen in Kontakt standen, ist die Bedeutung des rauen Klimas, dem oft charakterbildende Eigenschaften in Bezug auf die Germanen angedichtet wurde. Auch das Fehlen von Privatbesitz, festen Häusern und Städten, die andersartige Ernährung sowie das Fehlen von Weinanbau irritierte die Römer.

Infolge der Ausdehnung des Imperiums und des Schwindens der Rekrutierungsbasis für Legionäre in Italien und Spanien stiegen die „Barbaren“ zu gesuchten Soldaten in den Hilfstruppen Roms auf. Mit der Christianisierung Roms unter Konstantin I. und der Aufwertung des Christentums zur Staatsreligion unter Theodosius I. veränderte sich auch der Charakter des römischen Heeres: pazifistische Strömungen nahmen zu, die vielleicht den Zusammenbruch der römischen Verteidigungslinien bei den Anstürmen der Völkerwanderungszeit noch beschleunigt haben. Die Frage, warum Gott es zulasse, dass die barbarischen Heiden die christlichen Verteidiger des Imperiums und schließlich auch Roms überrannten, verunsicherte die römischen Christen der Spätantike wie etwa den Kirchenvater Augustinus zutiefst.

Am Ende seines Vortrags zitierte Dahlheim das Gedicht eines römischen Kriegsberichterstatters, Dichters und späteren Konsuls namens Ausonius, aus dem hervorging, dass die Begegnung der beiden Kulturen nicht selten auch andere als kriegerische Formen annehmen konnte. In diesem Gedicht preist der Autor das Suebenmädchen Bissula, das ihm als Kriegsbeute und Sklavin zugeteilt worden war; er verliebte sich in sie, schenkte ihr die Freiheit und nahm die blonde Germanin als seine Frau mit nach Rom und später nach Gallien, wo er ein Landgut besaß.

Zwischen den Abschnitten seines lebendigen Vortrags sowie im Anschluss daran hatten die Schüler Gelegenheit, Fragen zu stellen, was auch gut genutzt wurde. Am Ende bedankten sich die angehenden Abiturienten mit langem Applaus bei Professor Dahlheim, der nun zum dritten Mal als Gastredner unsere Schule besuchte, für den Einblick in Geschichtswissenschaft.

Elmar Birkenbach

Prof. Dr. Werner Dahlheim zu Gast im Februar 2012

Bürgerkrieg im Schatten des Weltreiches – Der Untergang der Römischen Republik

Werner Dahlheim war schon als Professor für Alte Geschichte an der TU Berlin für seine fesselnden und unterhaltsamen Erzählungen zur Geschichte bekannt. Am 9. Februar 2012 erhielten Schüler und Lehrer unserer Schule zum zweiten Mal eine Kostprobe seiner historischen Erzählkunst.

Im Zentrum stand das Scheitern der Römischen Republik, das am Ende eines fünfjährigen Bürgerkriegs stand, der durch Cäsars Überquerung des Rubikon im Jahr 49 v.Chr. ausgelöst wurde. Werner Dahlheim verstand es, auf spannende Weise die machtpolitischen Motive der Konfliktparteien verständlich zu machen. Cäsar hatte mit der Eroberung Galliens das römische Weltreich ausgebaut und plante nun, die Parther im Osten zu schlagen. Der römische Senat wollte zwar dieses Weltreich, fürchtete jedoch gleichzeitig den Eroberer. Er zwang daher den Feldherrn Cäsar, seine erfolgreiche Armee in Gallien zu entlassen, als dieser sich darum bewarb, zum zweiten Mal das würdevolle Amt des Konsuls zu übernehmen. Cäsar seinerseits entschied sich aus seinem Selbstverständnis als römischer Hocharistokrat heraus für einen Angriff der kampferprobten Armee auf das eigene Vaterland. Am Ende ereilte Cäsar mit seiner Ermordung an den Iden des März 44 v.Chr. ein tragisches Schicksal, denn er war sich zu sicher gewesen, dass seine Gegner es nicht wagen würden, Rom in einen noch längeren, blutigen Konflikt zu stürzen.

Prof. Dahlheim beantwortete ausführlich alle Fragen der Schülerinnen und Schüler des 2. Semesters während und im Anschluss an den Vortrag. Sie waren angetan von der anschaulischen und spannenden Wissensvermittlung, die ihnen auch einen Blick in die akademische Welt eröffnete.

Die Bülow-Schule freut sich besonders über Prof. Dahlheims Bereitschaft, akademischer Pate des Gabriele-von-Bülow-Gymnasiums zu werden. Das bedeutet, dass wir uns weiterhin jährlich auf seine spannenden Erzählungen zur antiken Geschichte und auch seine Beteiligung an weiteren kulturwissenschaftlichen Veranstaltungen freuen dürfen.

Elmar Birkenbach

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Schülerstimmen zum Vortrag:

„Das war fast so gut wie Cäsar an unserer Schule zu Gast zu haben. Auf jeden Fall war’s Geschichte zum Anfassen. Herr Dahlheim nahm es sich zum Ziel, uns die Gedanken des Feldherren darzulegen, als dieser sich entschied, Krieg gegen das eigene Vaterland zu führen. Dieses Anliegen gelang ihm auch in einem erstaunlichen Maße.“ Keno Fielitz

„Die Vorlesung von Werner Dahlheim über den Untergang der römischen Republik war sowohl für die Schüler als auch für die Lehrer spannend, denn nicht nur sein Vortragsstil war fesselnd, sondern auch das Wissen, über welches er verfügt. Anders, als man das im Unterricht lernt, ist er weiter gegangen und hat alles detaillierter erzählt, die Motive und Emotionen, das hat den Eindruck erweckt, als hätte er in dieser Zeit gelebt.“ Anatoly Goldyrev

„Mit seiner Vorlesung zum Untergang der römischen Republik zog Werner Dahlheim erneut sowohl die Schüler als auch die Lehrer der Gabriele-von-Bülow-Oberschule in seinen Bann. Für mich war es schon das zweite Mal, ihn zu hören, und auch diesmal war ich wieder höchst interessiert, zum einen wegen Dahlheims Vortragsreise, zum anderen wegen der vielen unterhaltsam dargebrachten Informationen. Herr Dahlheim versteht es, der Geschichte Leben einzuhauchen.“ Pascal Beer

„Werner Dahlheim verfügt über ein scheinbar endloses Wissen über Cäsar und den Untergang des römischen Reiches. Er ist ein ruhiger und gewissenhafter Mensch, genauso war auch seine Vorlesung. Trotz der vielen geschichtlichen Daten waren Schüler wie Lehrer nie gelangweilt, denn Herr Dahlheim verpackte die Fakten so geschickt, dass das Ganze eher einer spannenden Abenteuergeschichte glich. Somit übertraf er die Erwartungen der Schülerschaft, die eher mit einem trockenen Vortrag gerechnet hatte“. Lena Ostermann

Prof. Dr. Werner Dahlheim zu Gast im Januar 2011

Am 13. Januar 2011 sprach Werner Dahlheim, emeritierter Professor für Alte Geschichte an der TU Berlin und ausgewiesener Kenner der römischen Geschichte, vor über hundert Schülerinnen und Schüler der Oberstufe über

Die Entstehung und Entwicklung des Römischen Reiches bis zu Kaiser Augustus.

In einem lebendigen Vortrag analysierte er die Ursachen für Größe und Dauer des Römischen Imperiums im Vergleich zur kurzen Dauer des attischen Imperiums. Entscheidende Bedeutung hatten demnach die für beide Seiten vorteilhaften Bündnisverträge mit benachbarten Stämmen sowie die strategische Kolonisationspolitik Roms. Der Stadtstaat sei durch Hannibal wegen der militärischen Übermacht Roms nicht wirklich bedroht gewesen, da Hannibals Bündnisangebote von den römischen Foederaten zurückgewiesen wurden, denen die römische Kultur zu angenehm geworden war, um sie für einen ehrgeizigen Phönizier aufs Spiel zu setzen.

Die mit der zunehmenden Ausdehnung des Imperiums wachsende Bedeutung des Feldherrentypus führte für Dahlheim zu den Spannungen zwischen der Adelsrepublik, verkörpert durch den Senat, und den Feldherren selbst, kumuierend in Caesars Marsch auf Rom und dem Ende der Republik. Augustus sieht er als den größten römischen Herrscher, da er nach einem z.T. mit brutalen Mitteln geführten Krieg um die Alleinherrschaft dem Reich den Frieden gebracht habe, wie er noch in der Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums nachklingt.

Die Schüler zeigten sich beeindruckt von der freien Rede, der klaren Struktur und den überzeugenden Antworten auf ihre Fragen – es war ein gelungener Dialog zwischen der „Universität“ und den Studenten von morgen.

Elmar Birkenbach